Anwaltskanzlei und Notariat

Erbrecht und Erbvertrag

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Sage nicht, du kennst einen Menschen, bevor du nicht ein Erbe mit ihm geteilt hast.“ (Johann Caspar Lavater).

Streit unter den Erben ist nicht selten. Auf Grund der Tatsache, dass für jede Verfügung über den Nachlass ein einstimmiger Entscheid erforderlich ist, führt Streit nicht selten zu jahrelangen Pattsituationen. Häufig lassen sich potentielle Konfliktsituationen mittels Erbvertrag frühzeitig vermeiden.

Als Rechtsanwälte und Notare beraten wir Klienten sowohl in rechtlichen Auseinandersetzungen unter den Erben als auch bei der Ausgestaltung von Erbverträgen. Im Konfliktfall stellen wir unsere fachliche Kompetenz und Erfahrung im Erbrecht auch in der Funktion als Mediator zur Verfügung und versuchen Erbstreitigkeiten einvernehmlich zu lösen. Zudem können Sie uns das Mandat als Willensvollstrecker erteilen.

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen eine kurze Übersicht über das schweizerische Erbrecht geben und einzelne Begriffe erklären und potentielle Möglichkeiten aufzeigen.

Pflichtteilsrecht

Das Schweizer Recht sieht strenge Regeln für Erbansprüche von Eltern, Nachkommen und Ehegatten vor. Diese sind pflichtteilsberechtigt, d.h. weder Eltern, Kinder noch Ehegatten können mittels Testament um ihren Erbanteil gebracht werden. Es ist somit weder möglich, sein gesamtes Vermögen mittels Testament seinem Ehegatten zu vermachen noch vollständig den Kindern zukommen zu lassen. Dies kann in der Praxis zu Problemen führen. Ein bekanntes Beispiel ist der Fall bei dem ein Ehegatte stirbt und als einziger Vermögenswert das Haus vererbt, worin der überlebende Ehegatte wohnt. Einigt sich der Ehegatte nicht einvernehmlich mit den Kindern und besteht finanziell keine Möglichkeit die Kinder auszuzahlen, so kann der Verkauf des Hauses drohen.

Dieses Risiko kann durch einen Erbvertrag vermieden werden. Mittels erbvertraglichen Anordnungen kann der Ehepartner maximalbegünstigt werden und u.U. können auch Anordnungen getroffen werden, die vom Pflichtteilsrecht abweichen. Insbesondere eine Kombination von Ehevertrag und Erbvertrag erweist sich in der Praxis als vorteilhafte Lösungsvariante. Es lohnt sich mit einem Rechtsanwalt potentielle Lösungsvarianten zu besprechen.

Testament

Anordnungen über den Nachlass können entweder mittels Erbvertrag erfolgen oder mittels Testament. Für das Testament bestehen jedoch spezielle Formvorschriften! Es muss handschriftlich geschrieben und unterschrieben werden und ist mit Jahr, Monat und Tag zu versehen. Im Testament können Sie verschiedene Anordnungen treffen. So können Sie weitere Erben einsetzen, z.B. wohltätige Vereine oder Stiftungen, sie können mit der Begünstigung aber auch Auflagen und Bedingungen versehen. Stets zu beachten bleibt jedoch das Pflichtteilsrecht. Nur ihm Rahmen eines Erbvertrages kann dieses u.U. umgangen werden.

Testament ungültig ? Was nun?

Oftmals kommt es vor, dass sich ein Testament als ungültig erweist, da es widerrechtliche Anordnungen enthält oder aber nicht den Formvorschriften entspricht. Seien Sie vorsichtig und reagieren Sie schnell, denn nur wer das Testament innert Frist von einem Jahr seit Kenntnisnahme anficht, kann die Ungültigkeit geltend machen. Wird es nicht fristgerecht angefochten, so bleibt es gültig. Kontaktieren Sie frühzeitig einen Rechtsanwalt oder Notar, wenn Sie nicht sicher sind, ob das Testament gültig ist oder nicht. Diese Abklärung verursacht keine grossen Aufwände und kann daher ohne grosse Kosten rasch vorgenommen werden.

Erstellen eines Erbvertrages, was wir Ihnen bieten

Wir beraten Sie umfassend in sämtlichen erbrechtlichen Belangen und erstellen mit Ihnen gemeinsam einen Erbvertrag der Ihren Bedürfnissen entspricht. Dabei können unsere Rechtsanwälte Ihnen bereits im Rahmen des ersten Gespräches die zu erwartenden Kosten mitteilen oder aber – bei einfachen Verhältnissen- gemeinsam einen Pauschalpreis vereinbaren. Mittels Erbvertrag können sie beispielsweise folgene Verfügungen treffen:

  • Maximalbegünstigung des Ehegatten;
  • Nichtpflichtteilsberechtigte Erben von der Erbschaft ausschliessen;
  • Einsetzen von Dritten als Erben;
  • Verfügen von Vermächtnissen;
  • Erbverzicht (z.B. von Kindern zu Gunsten des Ehegatten);
  • Erbauskauf;
  • Teilungsvorschriften (z.B. Zuweisung einer Liegenschaft, Möbel etc.);
  • Widmung eines Vermögensteils an eine Stiftung.

Bei Fragen zum Erbrecht oder zu den Erbverträgen können Sie unser Anwaltsbüro und Notariat jederzeit telefonisch kontaktieren.